Filme für unser Festival auszuwählen ist immer mit viel Arbeit und Stress verbunden, aber vor allem ist es interessant und spannend.

Das nationale und internationale Festivalprogramm, mit großteils Österreichpremieren, setzt sich aus eingereichten Produktionen und einem kuratierten Programmteil zusammen. Zur Spannung und Lebendigkeit des Festivals tragen ferner die eingeladenen FilmemacherInnen und die bei den Diskussionen anwesenden ExpertInnen bei.

 

Die während des Festivals präsentierten Filme sind allesamt wichtige Beiträge zu gesellschaftsrelevanten Themen und verdienen in gleichem Maße gesehen, anerkannt und diskutiert zu werden.

Die Filme, die wir Euch hier ans Herz legen wollen, reißen Themen auf und stehen exemplarisch für das diesjährige Programm.

 

Der Eröffnungsfilm Son of Babylon steht in einer Reihe preisgekrönter Filme, die this human world 2010 präsentiert. Die Koproduktion aus sieben Ländern erzählt von einem Jungen, der sich mit seiner Großmutter im vom Krieg zerstörten Irak auf die Suche nach seinem Vater macht, der unter dem Regime von Saddam Hussein entführt wurde.

 

In großartigen Bildern aus der Wüste Atacamas im Norden Chiles erzählt der essayistische Dokumentarfilm Nostalgia de la Luz von Patricio Guzmánn eine Parabel von Astronomie und der Geschichte Chiles der letzten 50 Jahre.

 

Mit Postcard to Daddy erzählt Michael Stock in einer sehr persönlichen und berührenden filmischen Autobiographie die Geschichte seiner Kindheit und Jugend, über den Missbrauch durch seinen Vater, seinen Kampf um Leben und Glück und seinen Wunsch nach Frieden.

 

Ein besonders Augenmerk haben wir, wie jedes Jahr, auf österreichische Produktionen gelegt. Erstmals in Wien zu sehen sein werden unter anderem Filme wie: Zwischen uns das Paradis (Na Putu), Alive!, Nicaragua - die vergessene Revolution, Aus der Asche, FC Chechnya u.v.a.m.

Besondere Erwähnung verdient auch der im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung, von der Volkshilfe produzierte Film Blickwechsel. 12 Szenen vom Leben in Armut, der das Thema Armut in Österreich beleuchtet.

 

Die französische Spielfilmproduktion Illégal zeigt welche unmenschlichen Auswirkungen die "Illegalisierung" von Menschen hat. In diesem Kontext steht auch der schön gemachte und politisch brisante Spielfilm Hands Up, der die Geschichte einer Kinderclique erzählt, die ihre von Abschiebung bedrohte Freundin auf spektakuläre Art und Weise beschützen.

 

La Régate eröffnet den Schwerpunkt zum Thema Kindheit und Jugend. Der Spielfilm thematisiert Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, die Zerrissenheit eines Jugendlichen im Verhältnis zu Vertrauenspersonen, sowie die damit einhergehende Demütigung, Scham und Verletzung.

Über schwierige Konstellationen im Elternhaus einer montenegrinischen MigrantInnenfamilie, dessen Sohn sich zu seinem Klavierlehrer hingezogen fühlt, erzählt der Film Sasha auf humorvolle Art, fernab üblicher Klischees.

 

Mit 2 Filmen ist auch Tibet wieder Thema des Festivals 2010. Die Österreichpremiere von Tibet In Song - Sundancegewinner 2009 -, vom ehemals politischen Gefangenen Ngawang Choephel, erzählt über das Schicksal tibetischer Volksmusik in den letzten 50 Jahren. Außerdem ist auch der mit dem Vaclav Havel Award prämierte Film The Sun Behind The Clouds Teil des Festivalprogramms.

 

Besonders freuen wir uns über die Kooperation mit dem Kulturverein Schikaneder und die dadurch zustande gekommene Retrospektive zu Claude Lanzmann, der die Filmreihe am 6.12. im CineMagic persönlich eröffnen wird.

 

Wir hoffen, Euch auch dieses Jahr zahlreich in den Kinos und bei den Diskussionen von this human world begrüßen zu dürfen.

 

 

Zora Bachmann und Johannes Wegenstein