Am 10.12.2010, dem Internationalen Tag der Menschenrechte wurden im Wiener Schikaneder Kino die ersten Filmpreise des Internationalen Filmfestivals der Menschenrechte verliehen.
Die Auszeichnungen wurden in 2 Kategorien vergeben, dazu gab es eine lobende Erwähnung der Jury für einen weiteren Film.
Der Jurypreis (dotiert mit 3.000 Euro) wurde vom Bundesministerium für Europäische und Internationale Angelegenheiten gestiftet. Das Entscheidungsgremium setzte sich aus folgenden Persönlichkeiten zusammen:
Univ. Prof. Dr. Manfred Nowak - Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte
Arash T. Riahi - Österreichischer Filmemacher, Träger des Wiener Filmpreises für "Ein Augenblick Freiheit"
Georg Friedrich - Österreichischer Schauspieler
Andrea Schurian - Kulturjournalistin
Teodora Nikolova - Künstlerin
Als Gewinner wurde gekürt:
CONGO IN FOUR ACTS
Dokumentarfilm, Kongo, Dom. Rep., Südafrika (2010)

We are truly humbled and honoured to be receiving this award. Thank you very much. We hope that this award will raise awareness about the plight of millions of citizens of the DRC and that it will be a call to action to support those in the country who are actively contributing to improving peoples' lives.
Thank you!
Biografie der Regisseure:
Kiripi Katembo Siku wurde am 20. Juni 1979 in Goma, Demokratische Republik Kongo, geboren und studierte an der Kunsthochschule von Kinshasa. Er arbeitet als Produzent, Fotograf und Maler. Seine Fotografien und Bilder wurden in diversen Einzel- und Gruppenausstellungen in Kinshasa präsentiert.
Dieudo Hamadi wurde am 22. Februar 1984 in Kisangani geboren und studierte von 2005 bis 2008 Biomedizin. Seit 2002 hat er einige Dokumentar-/ Film-Workshops und Videoschnitt-Lehrgänge absolviert und arbeitet seit 2004 als Cutter, Produzent und Regieassistent u. a. für Suka! Productions in Südafrika.
Patrick Ken Kalala wurde am 5. Oktober 1981 in Kinshasa geboren. Er studierte erst Theaterwissenschaften und seit 2006 Kulturwissenschaft an der Kunsthochschule von Kinshasa. Er ist als Regisseur, Produzent, Kameramann, Schauspieler und Drehbuchautor tätig und hat einige Kurzfilme gedreht.
Divita Wa Lusala wurde am 3. September 1973 in Kinshasa geboren. Von 1996 bis 1999 arbeitete er für den staatlichen kongolesischen Fernsehsender RTNC und zwischen 1999 und 2009 für den kongolesischen Privatsender AA 1. Seit 2009 ist er als Cutter und Kameramann für die südafrikanische Produktionsfirma Suka! Productions tätig.
Von der Jury lobend erwähnt wurde:
IO, LA MIA FAMIGLIA ROM E WOODY ALLEN (ME, MY GIPSY FAMILY AND WOODY ALLEN)
Dokumentarfilm, Italien (2009)
Regie: Laura Halilovic

Kurzinhalt:
Mit einer kleinen Handkamera dokumentiert die 19jährige Regisseurin Laura Halilovic die Vergangenheit und vor allem die Gegenwart ihrer Familie, die Ende der 70er Jahre von Bosnien-Herzegowina nach Italien kam. Im Unterschied zu Laura reisen viele ihrer Verwandten, wie auch ihre eigenwillige Großmutter, noch in Karawanen. Die hasserfüllten Reaktionen der lokalen Bevölkerung und die Haltung der staatlichen Behörden verdeutlichen, dass diese nomadische Lebensart keinen Platz im heutigen Europa, geschweige denn in Berlusconis Italien, findet. Dieser fröhliche und überraschend einfallsreiche Film mit ausgezeichneter Musik bietet einen unkonventionellen Blick auf die Roma - ein Blick aus dem Herzen der Gemeinschaft.
Auszeichnungen:
Biografie der Regisseurin:
Laura Halilovic, geboren 1989 in Turin, trat schon mit 15 in einer Dokumentation von Davide Tosco und Nicola Rondolino auf und drehte 2006 ihren ersten Kurzfilm -"Illusione" (eine Geschichte über Liebe in einer Teenager-Gruppe). 2009 inszenierte sie den Kurzfilm "My Dream" über die Träume einer Gruppe junger Roma. Me, My Gipsy Family And Woody Allen ist ihr erster Dokumentarfilm.
Die Jury ermöglicht dem Film einen regulären Kinostart.
Der Publikumspreis (dotiert mit 2.000 Euro) wurde in Kooperation mit dem Renner Institut verliehen.
Ex aequo gewannen:
POSTCARD TO DADDY
Dokumentarfilm, Deutschland (2010)
Regie: Michael Stock

Kurzinhalt:
Der Filmemacher Michael Stock wurde im Alter zwischen acht und sechzehn Jahren von seinem Vater sexuell missbraucht. 25 Jahre später konfrontiert er vor laufender Kamera seine Familie mit seiner Vergangenheit. Den daraus entstehenden Dokumentarfilm führt er schließlich seinem Vater vor. Trotz des unfassbaren Dramas ist POSTCARD TO DADDY nicht von Hass geprägt, sondern von Hoffnung und Liebe zum Leben. Michael Stock will nicht anklagen, sondern verstehen.
Pressestimmen:
'Ein Film, der zum Lebensprojekt, zum Überlebensprojekt geworden ist. Man merkt den ungeheuer dichten, komprimierten 86 Minuten an, dass er eine zwanzigjährige Entstehungszeit besitzt. So perfekt ausbalanciert ist der Wechsel von Interviews zu Szenen aus Stocks Alltag geraten.
(...) Ein so beklemmender wie behutsamer Film. Wer sich mit sexuellem Missbrauch befasst, wird nicht an ihm vorbeikommen.' Tilman Krause, Die Welt
'Ein Dokumentarfilm, der ehrlich, aber gefühlvoll mit dem Thema umgeht. Dabei geht es Stock nicht im Geringsten um Zurschaustellung seiner seelischen Wunden. Es geht ihm um Abschluss, um den Seelenfrieden seiner selbst und seiner Familie. (...) Vor allem die Mutter, die in all den Jahren nichts bemerkt hatte, nimmt Stock mit auf seinen Heilungsprozess. Beide fahren nach Thailand und versuchen, in langen und schonungslosen Gesprächen einen Abschluss zu finden. (...) Die Frage, wie der Vater wohl zwanzig Jahre später darüber denkt, versucht Stock ebenfalls zu beantworten. Es ist fast unglaublich, dass es ihm gelingt, ihn ebenfalls zu interviewen. So viel Chuzpe hat man im Kino lange nicht gesehen.' Beatrice Behn, kino-zeit.de
Preise:
Biografie des Regisseurs:
Michael Stock, Drehbuchautor, Filmemacher, Schauspieler. Geboren am 24.3.1968 in Steinhöring bei München, aufgewachsen im Schwarzwald, seit 1987 wohnhaft in Berlin. Filmdebüt 1993 als Schauspieler, Autor, Produzent und Regisseur mit Prinz in Hölleland (Publikumspreis beim Max-Ophüls-Festival 1993). Rollen in Filmen von David Huston (Claudette Colbaire, 1994), Todd Verow (FRISK, 1996), Jürgen Brüning (Er hat 'ne Glatze, er ist Faschist, 1997) und Peter Jürgenmeister (Finale, 1997) und am Theater. Seit 1996 TV-Beiträge für Pro 7, u.a. für die Sendung 'Liebe Sünde'. 2005 Segment Sternenstaub verloren... für die Kurzfilmkompilation Fucking Different. 2008 Dokumentarfilm Ich liebe Dich für TIMM TV. 2010 POSTCARD TO DADDY.
FC CHECHNYA

Biografie des Regisseurs:
Fahad Mustafa wurde in Kanpur, Indien, geboren und lebt seit drei Jahren in Wien.