Ehrenschutz & Vorwort this human world 2019

Dr. Alexander Van der Bellen ist Bundespräsident der Republik Österreich
und übernimmt den Ehrenschutz bei der diesjährigen Ausgabe.

Was kann ein Film, was können die Filme eines Menschenrechtsfilmfestivals bewirken?
Reicht das filmische Aufzeigen von Missständen aus, Beitrag zu einem Wandel, der verursachenden Gesinnungen und Verhältnisse zu sein? Oder ist die Not von der uns medial, täglich aus der ganzen Welt berichtet wird, nicht schon genug und am Ende eine maßlose Überforderung für jede_n Einzelne_n? Wozu braucht es da noch ein Festival? Fragen, die im Laufe der bisherigen elf Festivaljahre immer wieder gestellt wurden.

Die beste Antwort auf diese Fragen kann nur sein, sich die Festivalfilme anzusehen, den Filmemacher_innen, Protagonist_innen, Aktivist_innen und Betroffenen Auge und Ohr zu schenken und an den zahlreichen Diskussionen danach teilzunehmen.

Jenseits von medialer Sensations- und Skandalberichterstattung führen uns die Festivalfilme 2019 wieder auf behutsame Weise die großen Fragen und Chancen unserer Zeit vor Augen und öffnen diese womöglich für die Erkenntnis globaler Zusammenhänge, in die jede_r von uns eingebunden ist und für die jede_r von uns Verantwortung trägt. Was so ein Festivalfilm dann außerhalb des Kinos mit uns macht, bleibt jeder_m selbst überlassen.

Das Festivalteam 2019 freut sich, mit den heurigen Filmen wieder ein umfangreiches, thematisch vielfältiges und hochaktuelles Programm zu präsentieren. Die Auswahl dazu erfolgte im Kontext von acht Festivalschwerpunkten und aus den über 1000 Einreichungen für vier Wettbewerbe.

Die Schwerpunktsektionen resyst:em und collective action handeln von Machtgefällen und deren Konfrontationen und stärken den Wert des kollektiven Handelns. Im Zentrum stehen ermutigende Persönlichkeiten, die noch lange nicht aufgegeben haben, sich für gerechtere Zustände einzusetzen. Die Filme des Schwerpunktes down to earth weisen auf die Dringlichkeit eines Systemwechsels in der Klimapolitik hin. Dort wo die Umwelt für einen kurzlebigen Profit zerstört wird, entwickeln Betroffene neue Überlebensstrategien und artikulieren Widerstand gegen die Verantwortlichen.

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der UN-Kinderrechtskonvention wird im Rahmen des Festivalschwerpunkt Cinema and Human Rights – The Next Generation, in Kooperation mit dem Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte, gezeigt wie fragil und schützenswert, die ausgehandelten Artikel in der Realität sind. Die nächste Generation der Filmschaffenden wird auch heuer wieder in das Festival mit eingebunden. Der international ausgeschriebene Schüler_innen-Kurzfilmwettbewerb gewinnt jährlich an Gewichtung und filminteressierte Jugendliche bilden abermals die Jugendjury, im Rahmen derer sie sich mit Menschenrechtsthemen und den filmischen Zugängen zu diesen auseinandersetzen.

In den 13 Festivaltagen laden wir Sie zum Schauen, zum Diskutieren, zum Feiern und zum Vernetzen, ein. Wir danken allen Filmemacher_innen, Förder_innen, Kooperationspartner_innen, Sponsor_innen und Mitwirkenden, die das Zustandekommen dieses Festivals ermöglicht haben und freuen uns auf spannende Festivaltage voller cineastischer Highlights und ermutigender Geschichten.

Lara Bellon & Michael Schmied

this human world Festivalleitung

Lisa Wegenstein & Johannes Wegenstein

Vorstand this human world

& das gesamte this human world Festivalteam